Aufbau einer Treasury Abteilung 5/5 – Auswahl von Systemen und Technologien – Die digitale Basis einer modernen Treasury
Auswahl von Systemen und Technologien – Die digitale Basis einer modernen Treasury
Im letzten Schritt des Aufbaus einer Treasury-Abteilung rückt die Auswahl der passenden Systeme und Technologien in den Mittelpunkt. Denn ohne eine verlässliche, skalierbare und integrierbare IT-Infrastruktur lässt sich Treasury weder effizient noch sicher betreiben. Die Anforderungen an Transparenz, Geschwindigkeit und Compliance machen deutlich: Die Qualität der Systemlandschaft ist ein zentraler Erfolgsfaktor moderner Treasury-Organisationen.
Im Zentrum der technologischen Entscheidung steht in der Regel ein Treasury-Management-System (TMS). Dieses bildet die zentrale Plattform für alle wesentlichen Treasury-Prozesse – von der Liquiditätsplanung über das Cash- und Risikomanagement bis hin zum Zahlungsverkehr und zur internen Finanzierung. Ein gutes TMS ist nicht nur funktional umfassend, sondern auch modular aufgebaut und damit zukunftsfähig erweiterbar. Denn Treasury ist kein statischer Bereich – Prozesse, Anforderungen und Strukturen verändern sich mit dem Unternehmen. Ein wachsendes Firmenportfolio, neue Gesellschaften, internationale Expansion oder M&A-Aktivitäten müssen ohne großen Zusatzaufwand technisch abbildbar sein.
Ein ebenso wichtiges Kriterium bei der Auswahl ist die Schnittstellenfähigkeit des Systems. Nur wenn das TMS flexibel an bestehende ERP-Systeme, Buchhaltungslösungen oder Reporting-Plattformen angebunden werden kann, lassen sich manuelle Arbeitsschritte vermeiden, Daten in Echtzeit austauschen und Fehlerquellen systematisch reduzieren. Eine durchgängige Systemintegration ist die Voraussetzung für eine konsistente Datenbasis – und damit für verlässliche Entscheidungen im Treasury.
Ergänzend kommen spezialisierte Tools zum Einsatz, etwa zur Abwicklung von FX- oder Zinsgeschäften über Trading-Plattformen, zur Einbindung von Bankportalen oder zur elektronischen Dokumentation von Garantien. Diese Systeme sollten nahtlos in das TMS eingebettet oder über standardisierte Schnittstellen angebunden werden. Wichtig ist dabei eine strukturierte Architektur – denn eine heterogene, nicht abgestimmte Tool-Landschaft kann genau das Gegenteil bewirken: Medienbrüche, Pflegeaufwand und Unsicherheit bei der Datenquelle.
Ein zunehmend bedeutender Bestandteil moderner Treasury-Technologie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Während KI in vielen Unternehmensbereichen noch als Zukunftsthema gilt, hält sie im Treasury bereits konkret Einzug – vor allem in Form von vorausschauenden Liquiditätsprognosen, intelligenten Alarmfunktionen oder automatisierten Handlungsempfehlungen. So können beispielsweise historische Zahlungsdaten, saisonale Muster oder externe Faktoren (wie Währungsschwankungen oder Marktzinsen) analysiert werden, um Risiken frühzeitig zu erkennen oder Handlungsspielräume aufzuzeigen.
Der Vorteil: Das Treasury-Team kann sich stärker auf strategische Entscheidungen konzentrieren, während repetitive Aufgaben automatisiert ablaufen – etwa die Klassifikation von Zahlungseingängen, das Matching von Intercompany-Transaktionen oder das Monitoring von Limits. Dennoch gilt: Der Implementierungsaufwand einer solchen Technologie muss in einem ausgewogenen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehen. Je nach Größe und Komplexität des Unternehmens kann der Einsatz von KI-Lösungen sinnvoll und effizient sein – oder mit einem zu hohen Ressourcenaufwand verbunden.
Deshalb steht am Anfang jeder Systementscheidung eine fundierte Analyse der bestehenden Prozesse und Anforderungen. Welche Funktionen sind unverzichtbar? Welche Workflows sollen automatisiert werden? Welche Systeme existieren bereits – und wo liegen deren Grenzen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich die Auswahl des TMS (und ergänzender Tools) zielgerichtet und zukunftssicher treffen.
Ein klar definierter Projektplan sorgt im Anschluss für eine strukturierte und realistische Implementierung. Dabei sollten alle betroffenen Abteilungen frühzeitig eingebunden werden – etwa Accounting, Controlling, IT oder Tax. Denn Treasury-Prozesse sind eng mit anderen Bereichen verknüpft und können nur erfolgreich digitalisiert werden, wenn alle Schnittstellen sauber abgestimmt sind. Dazu gehören auch Schulungs- und Testphasen sowie eine stufenweise Systemfreigabe unter realen Bedingungen.
Die Auswahl und Einführung der richtigen Systeme ist kein rein technischer Schritt – sie ist ein strategischer Meilenstein, der darüber entscheidet, wie Treasury seine Rolle als Steuerungsfunktion im Unternehmen ausfüllen kann. Die Kombination aus leistungsfähiger Technologie, durchdachter Prozessarchitektur und qualifiziertem Team bildet das Fundament für ein modernes Treasury, das nicht nur effizient arbeitet, sondern auch auf Veränderungen schnell und professionell reagieren kann.
Aufbau einer Treasury Abteilung 5/5 – Auswahl von Systemen und Technologien – Die digitale Basis einer modernen Treasury
Selection of Systems and Technologies – The Digital Foundation of Modern Treasury
In the final step of building a treasury department, the selection of appropriate systems and technologies takes center stage. Without a reliable, scalable and integrable IT infrastructure, treasury can neither be operated efficiently nor securely. The requirements for transparency, speed and compliance make it clear: the quality of the system landscape is a central success factor for modern treasury organizations.
At the heart of the technological decision is typically a Treasury Management System (TMS). This forms the central platform for all essential treasury processes – from liquidity planning to cash and risk management, payment transactions and internal financing. A good TMS is not only functionally comprehensive but also modular in design and therefore future-proof and expandable. Treasury is not a static area – processes, requirements and structures change with the company. A growing company portfolio, new entities, international expansion or M&A activities must be technically mappable without major additional effort.
An equally important criterion in the selection is the system's interface capability. Only if the TMS can be flexibly connected to existing ERP systems, accounting solutions or reporting platforms can manual work steps be avoided, data exchanged in real time and sources of error systematically reduced. Seamless system integration is the prerequisite for a consistent data foundation – and thus for reliable decisions in treasury.
In addition, specialized tools are used, for example for processing FX or interest rate transactions via trading platforms, for integrating bank portals or for electronic documentation of guarantees. These systems should be seamlessly embedded in the TMS or connected via standardized interfaces. A structured architecture is important here – because a heterogeneous, uncoordinated tool landscape can achieve exactly the opposite: media breaks, maintenance effort and uncertainty about the data source.
An increasingly important component of modern treasury technology is the use of Artificial Intelligence (AI). While AI is still considered a future topic in many business areas, it is already making concrete inroads in treasury – especially in the form of predictive liquidity forecasts, intelligent alert functions or automated action recommendations. For example, historical payment data, seasonal patterns or external factors (such as currency fluctuations or market interest rates) can be analyzed to identify risks early or reveal room for maneuver.
The advantage: The treasury team can focus more on strategic decisions while repetitive tasks run automatically – such as the classification of incoming payments, the matching of intercompany transactions or the monitoring of limits. Nevertheless: The implementation effort of such technology must be in a balanced relationship to the actual benefit. Depending on the size and complexity of the company, the use of AI solutions can be sensible and efficient – or associated with too high a resource expenditure.
Therefore, every system decision begins with a thorough analysis of existing processes and requirements. Which functions are indispensable? Which workflows should be automated? Which systems already exist – and where are their limits? Only when these questions are answered can the selection of the TMS (and complementary tools) be made in a targeted and future-proof manner.
A clearly defined project plan then ensures a structured and realistic implementation. All affected departments should be involved early on – such as Accounting, Controlling, IT or Tax. Treasury processes are closely linked to other areas and can only be successfully digitized if all interfaces are properly aligned. This also includes training and testing phases as well as a phased system release under real conditions.
The selection and implementation of the right systems is not a purely technical step – it is a strategic milestone that determines how treasury can fulfill its role as a management function in the company. The combination of powerful technology, well-designed process architecture and a qualified team forms the foundation for a modern treasury that not only works efficiently but can also respond to changes quickly and professionally.



